Was tun im Notfall?

Hier findest du eine Übersicht aller Tierärzte in Gera: Tierärzte/Gera

Und hier deren Notfalldienstplan für 2019: Dienstplan

 

Hier findest du Beratungs-oder Pflegestellen für Wildtiere in Not in ganz Deutschland:
Hilfe für Wildtiere

 

Wildtiere

Solltest du auf ein Wildtier stoßen, dass augenscheinlich krank oder verletzt ist, informiere bitte zunächst den für das Gebiet zuständigen Jagdpächter. Hierzu kannst Du die Polizei (Tel. 110) anrufen, welche den jeweiligen Jagdpächter ermittelt. Keinesfalls solltest du das Tier "einfach so" mitnehmen. Tollwut ist zwar in Deutschland quasi bekämpft, das Tier könnte dich aber bspw. aus Angst beißen und Tierbisse sind auch ohne Tollwut sehr infektiös. Zudem riskierst du eine Anzeige wegen Wilderei.

Wir sind seit 2018 in der Rehkitz- und Wildtierrettung aktiv. Unsere Aufgabe ist es, Kitze mit der Wärmebildkamera vor den Mähmaschinen zu finden, in Sicherheit zu bringen und sie unmittelbar danach wieder freizulassen. Aufgrund unserer Erfahrungen und Kontakte können wir dich  im Falle eines Wildtierkontakts beraten. Solltest du bei einem Spaziergang plötzlich einem vermeintlich hilflosen Rehkitz begegnen, BITTE NICHT ANFASSEN ! Die Mutter würde ihr Kitz möglicherweise nicht mehr annehmen. Es ist völlig normal, dass sich die Ricken nicht dauernd bei ihrem Kitz aufhalten. Sie sind zwar in ihrer Nähe, aber zu deren Schutz nicht immer dabei. Wenn Kitze allerdings über einen längeren Zeitraum laut schreien und/ oder die Nähe der Menschen suchen, sind sie möglicherweise verletzt oder verwaist. In solchen Fällen kannst du uns um Rat fragen. Bitte vorzugsweise unter 0152 33990514 oder im Ausnahmefall per E-Mail unter  rehkitzrettung.gera@gmail.com. Ich informiere dann den jeweiligen Jagdpächter und bespreche mit ihm die weitere Vorgehensweise.  Ich selbst habe keine Möglichkeit ein Kitz aufzunehmen. Allerdings besteht die Möglichkeit eine unserer Kontaktstellen um Aufnahme zu bitten.  Im Ausnahmefall finden wir mit dir aber sicher eine Möglichkeit, dem kranken oder verwaisten Findling zu helfen. Solltest du nicht aus unserer Region sein, findest du auch hier Hilfe: Hilfe für Wildtiere

 

Feldhasen

Feldhasen bringen ihre Jungen mit einem vollständigen Fellkleid zur Welt, da sie im Gegensatz zu Wildkaninchen nicht in Höhlen leben. Außerdem legen sie ihre Jungen nicht zusammen sondern meist voneinander entfernt in sog. Sassen (Erdkuhlen) ab. Manche Menschen nehmen beim Anblick eines solchen Feldhasenbabys an, es handele sich um einen bereits mehrere Wochen altes Wildkaninchen was verlassen wurde und Hilfe braucht. Dies ist meist nicht der Fall. Die Mutter ist in der Nähe und versorgt die Kleinen mehrmals am Tag. Nur für den Fall, dass der kleine Feldhase einen kranken Eindruck macht, abgemagert ist, wenig Reflexe zeigt und unterkühlt ist, musst du ihn versorgen und zur Wildtierhilfe bringen.  Die beste erste Hilfe ist in diesem Fall Wärme. Das Baby in einen Pappkarton in ein Handtuch legen und eine PET-Flasche mit warmen (nicht heißen) Wasser daneben legen. Unterkühlten Hasenbabys erst einmal nichts zu trinken geben und nicht füttern, da sonst der Kreislauf schlapp machen könnte.

 

Wildvögel

Wildvögel unterliegen dem Naturschutzgesetz und dürfen grundsätzlich nicht aus der Natur entnommen werden. Findest du in der Brutzeit einen Jungvogel am Boden, solltest du ihn zuerst auf Verletzungen untersuchen, bevor du ihn auf einen katzensicheren Baum oder idealerweise in sein Nest zurücksetzt. Ein kleiner Pappkarton, den du mit dem Vogel auf den Baum hängst, tut es auch. Die Vogelmama kümmert sich dann weiter um ihr Junges. Du kannst den Jungvogel ruhig anfassen, denn Vögel haben einen relativ schlechten Geruchssinn, so dass die Altvögel das Vogelkind auch mit deinem Menschengeruch weiterfüttern und versorgen. Findest du einen Mauersegler, Mehlschwalbe etc. am Boden, handelt es sich immer um eine Notsituation. Verletzte, kranke und schwache Vögel bringst du am besten sofort zu einem vogelkundigen Tierarzt, da bspw. nach einem Katzenbiss auf jeden Fall mit Antibiotika behandelt werden muss. Die Kosten der  Erst-Behandlung der Wildvögel übernimmt die Stadt, wenn  du das Tierheim Gera vorher informiert hast.  

Hier findest du wertvolle Tipps zum Umgang mit JUNGVÖGEL.

Hilfe für Wildtiere

 

Greifvögel

Greifvögel unterliegen dem Naturschutzgesetz und dürfen grundsätzlich nicht aus der Natur entnommen werden. Findest du einen kranken, verletzten und daher hilfebedürftigen Greifvogel, solltest du schnellstens einen vogelkundigen Tierarzt aufsuchen. In unserer Region kannst du zudem den Tierpark Gera um Hilfe bitten, wenn es darum geht, den tierärztlich versorgten Vogel vorübergehend aufzunehmen (Tel. 0365 810127). Transportiere in Not geratene Vögel immer in einem mit Heu oder Gras ausgepolsterten Karton mit Deckel, in den du einige Luftlöcher machst. Handelsübliche Transportboxen (bspw. für Nager oder Katzen) sind ungeeignet, da sich die Vögel darin ihre Flügel verletzen können.

Hilfe für Wildtiere

 

Igel

Igel sind Wildtiere und dürfen grundsätzlich nicht aus der Natur entnommen werden. Für Fragen zur Pflege und Versorgung von in Not geratenen Alt- oder Jungigeln bekommst du Hilfe von der Rehkitzrettung und Wildtierhilfe Gera, Frau Seidenbecher (0152 33990514). Igelsäuglinge gehören immer in erfahrene Hände von Igelstationen. Bitte keine Experimente, da diese meist zum Tod der Tiere führen. Findest Du ein verletztes Tier, bringst du es zuerst zu einem igelkundigen Tierarzt. Die Erstbehandlung von Wildtieren ist meist kostenfrei. Leider gibt es in Gera nur  TÄ Spindler, die sich ggf. mehr als andere TÄ mit Igeln auskennt, da sie selbst schon welche aufgezogen hat.  

Hilfe für Wildtiere

 

Tierquälerei

Bei Verdacht auf Tierquälerei ist von Amts wegen das zuständige Veterinäramt (Amtstierarzt) der Stadt Gera (Tel. 03658383571) zuständig und zu informieren. Hier findest du ein Anzeigenformular. Parallel sollte immer eine Anzeige bei der Polizei erstattet werden. Bist du dir nicht sicher, steht das Tierheim Gera zu seinen Öffnungszeiten (Tel. 0365 413066) beratend zur Seite.

 

Nothilfe bei Gefahr im Verzuge

Befindet sich ein Tier in akuter Lebensgefahr, musst du nicht auf Polizei oder Feuerwehr warten, sondern darfst auf Rechtsgrundlage § 32 Strafgesetzbuch (StGB) sofort und unmittelbar Hilfe leisten (Nothilfe). Im Rahmen einer solchen Nothilfe darfst du bspw. straffrei eine Autoscheibe einschlagen, wenn das Auto in der Sonne steht und die Temperaturen darin offensichtlich lebensbedrohlich für das eingeschlossene Tier sind. Solltest du dennoch Bedenken bzgl. der Gefahr der eigenen Strafverfolgung wegen Sachbeschädigung haben, informierst du vorher die Rettungsleitstelle (112) über den Sachverhalt. Du brauchst aber nicht auf die Polizei oder Feuerwehr zu warten. 

 

Hilfe für verletzte Wildtiere findest du auch hier.