Kitzrettung mit Flugdrohne und Wärmebildortung

Die effektivste, allerdings auch teuerste Methode Rehkitze vor der Mahd aus den Wiesen zu bringen, ist die Kitzortung mit Hilfe von Flug-Drohnen mit Wärmebildkamera. Allein eine der Rehkitzrettung Gera  2018 und 2019  verwendeten Wärmebildkameras von Yuneec, die CGO ET kostete 1.999 €.  Die Drohe selbst, um die Kamera in die Höhe zu bringen, nochmal 2.000 €. Das weitere Equipment wie Akkus, Fieldmonitor, Kabel, Ladegeräte, Sprechfunkgeräte usw. nochmals locker  1.500 €. Ein Akku für ca. 20 Minuten Flugzeit kostet zwischen 80 € (no name) und 160 € (original). Und man braucht viele Akkus für mehrere Stunden Suche.

Nachdem die Helfer eingewiesen sind, liegt die weitere Verantwortung über den Erfolg der Mission überwiegend beim Piloten und Copiloten. Die Drohne wird gestartet und der Pilot fliegt die gesamte Wiese in einem manuellen Raster ab, damit die Wärmebildkamera jeden Quadratmeter auf mögliche Wärmesignaturen absuchen kann. Natürlich könnte die Drohne auch ein automatisches, vorher programmiertes Raster abfliegen. Da die meisten Flächen jedoch von hohen Bäumen mit ausladenden Ästen umgeben sind und die Yuneec-Drohne die Kamera zur Erfassung aller Wärmequellen nicht höher als 15-20 m bringen kann, ist eine automatische Voreinstellung nicht möglich ohne Gefahr zu laufen, die teure Technik zu verlieren. Das würde nur bei   geraden Flächen funktionieren ohne Bäume. 

Hier zwei Beispiele, wie die Wärmesignatur im besten Falle aussehen kann. Links ein Kitz mit dem herannahenden Helfer. Rechts die Bergung des Kitzes mit einer Kiste, die der Helfer über das Kitz gestülpt hat. Im Anschluss wird das Kitz in der Kiste an den Wiesenrand verbracht. Dort muss es ausharren, bis die Mäharbeiten vorbei sind. Im Anschluss wird es aus der Kiste befreit und von seiner Mutter wieder abgeholt. Wichtig ist hierbei, dass der Helfer das Kitz nicht mit bloßen Händen anfasst sondern mit Handschuhen und Grasbüscheln. Es gibt zwar immer wieder Leute die behaupten das wäre nicht nötig und die Ricke würde das Kitz auch mit Menschengeruch wieder annehmen. Uns war diese Variante jedoch zu ungewiss. 


2018 und 2019 haben wir alles selbst gemacht. Die Landwirte und Jäger hatten quasi das Rundumsorglospaket gebucht. Und das zum Nulltarif. Das heißt, wir haben alles vorbereitet, alle Helfer  gestellt, die Kitze in eigenen Behältnissen "aufbewahrt", gewartet bis die Mäharbeiten fertig waren und die Kitze selbst wieder rausgelassen. Dies werden wir in den Folgezeiträumen sicherlich optimieren und Jäger und Landwirte mehr einbinden. 

Welche Voraussetzungen müssen Landwirte und Jäger erfüllen: 

1. Der Landwirt oder Jäger müssen möglichst einen Tag vorher informieren und sich aktiv an der Suche beteiligen. Behältnisse 

    zur zeitweisen Aufbewahrung der Kitze müssen vom Landwirt/ Jagdpächter gestellt werden.

2. Es darf nicht regnen oder nieseln.

3. Die Außentemperatur muss unter ca. 20 Grad sein, damit die Wärmebildkamera das Kitz orten kann. Optimalerweise liegt der

    Beginn der Suche also in den sehr frühen Morgenstunden.

4. Die Mahd muss unmittelbar nach der Suche erfolgen, damit das Kitz nicht zu lange von seiner Mutter getrennt ist.



Fotos und Videos zu unseren Rettungseinsätzen 2018.


Telefon: 0152 33 99 05 14                     rehkitzrettung.gera@gmail.com